Die Geschichte der Pfarrei HeidenfeldDie Geschichte der Pfarrei Heidenfeld hat zum 850jährigen Jubiläum Johannes Zimmermann in seiner Festschrift umfangreich und sehr gründlich aufgearbeitet. Ihm sei dafür auch an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Diese Festschrift ist die Grundlage unserer Informationen. Sie ist über das Pfarramt zu beziehen. Die Vorgeschichte der SchenkungDie Stifterin Alberada ist noch zu Lebzeiten des ersten Probstes Otto I. als conversa (Laienschwester) im Hauskloster Banz am 1.1.1081 verstorben. [...] Vom Jahre 1101 bis 1140 klafft eine Lücke in der Probsteireihe. Von 1140 an übte Otto II. das Probstamt aus. Er wandte sich an Bischof Embrico in Würzburg und bat, einen Teil von der Urpfarrei Wipfeld abzutrennen und die Pfarrei Heidenfeld zu gründen. Anlass war sicher die zwiespältige Situation: Rechtliche Mitte des Pfarreikomplexes war Wipfeld, geistlicher MIttelpunkt aber die Kanonie Heidenfeld. Zudem waren viele Chorherren mit ihrem Probst gezwungen, oft nach Wipfeld zu reisen. Weiterhin war die Urpfarrei recht groß geworden. Der Bitte von Probst Otto II. wurde entsprochen. 1141 - Gründungsjahr der PfarreiDie Stiftung der Pfarrei Heidenfeld wurde am 5.12.1141 vollzogen, mit der Urkunde, die nicht mehr im Orignal vorliegt, aber niemals angefochten wurde. Verschiedene Grundherren in HeidenfeldInteressant ist die Übereinstimmung der neuen Mutterpfarrei Heidenfeld mit der Cent Heidenfeld. Das vereinfachte für die Probstei die Verwaltung. Da aber noch andere Grundherren in dem Gebiet Rechte und Höfe hatten, gab es noch genug Zündstoff. So erhielt 1131 Kloster Fulda Grundbesitz in Heidenfeld. Am 12. Mai 1182 nahm Papst Luzius III. Besitzungen von Stift Haug in Rheinfeld, Schweinfurt und Heidenfeld in Schutz. Ein Gut wird 1182/83 der Kriche t. Johannes in Würzburg bestötigt. Die Gebrüder Bertholds von Spiesheim waren um 1230 herum Vögte in Heidenfeld. [...] Was hier so einfach aneinander gereiht ist, bedeutete oft zähes Verhandeln, Macht und vielelicht auch Taktik. Ziel der Pröpste war natürlich, die ganze Vogtei zu besitzen, und zwar geschlossen. Heidenfelds Kirchenpatrone Auf den Bildstöcken in unseren Fluren werden zwei Heilige am häufigsten genannt und abgebildet: St. Laurentius (sechsmal) und St. Mauritius (dreimal). Das hat seinen guten Grund. Obwohl die Augustiner- Chorherren zur Zeit der Klostergründung Grundheilige wie Maria, Petrus, Stephan und vor allem Johannes als Patron bevorzugten, wurde der hl. Mauritius für die Probstei ausgewählt. Mauritius war ein kluger und mutiger Kämpfer, der Verantwortung für andere übernommen hatte. Meist wird er mit Fahne, Schwert und Schild abgebildet; so auch in unserer heutigen Pfarrkirche am rechten Chorgestühl. Er war ja der Anführer der Thebaischen Legion, die hauptsächlich aus Christen bestand. Die meisten Soldaten wurden zusammen mit ihren Anführern Mauritius, Candidus und Exuperius hingerichtet, als der römische Kaiser etwas von ihnen verlangte, was ihrer christlichen Einstellung widersprach. |