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Pfarrei Heidenfeld

Michael Kardinal Faulhaber, einer der großen Söhne Heidenfelds

Über Kardinal Michael von Faulhaber (1869-1952)
Quelle / Mirror von: http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF072/EMF007159.asp

 

Michael Faulhaber, Kardinal
Michael Faulhaber, Kardinal
Vor mehr als 50 Jahren, am 12. Juni 1952, starb in München Kardinal Michael von Faulhaber. Der 1869 in Unterfranken geborene Faulhaber war 35 Jahre lang, von 1917 bis 1952, Erzbischof von München und Freising. Er gilt als eine der markantesten Persönlichkeiten im deutschen Episkopat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, deren Amtsführung sich auch im Widerstreit gegensätzlicher Meinungen widerspiegelt.

Faulhabers Amtszeit als Bischof von Speyer und dann als Erzbischof von München und Freising umfaßt die Zeitgeschichte des Kaiserreichs und des Königreichs Bayerns, der Revolution nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik, des nationalsozialistischen Regimes und des Zweiten Weltkriegs, der Besatzungszeit, der ersten Jahre des Wiederaufbaus und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg.

Anläßlich des 50. Todestags Kardinal Faulhabers öffnete der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, das gesamte Kardinal-Faulhaber-Archiv uneingeschränkt für Wissenschaft, Forschung und interessierte Öffentlichkeit. Erste Einblicke in originale Dokumente des Faulhaber-Archivs waren in einer facettenreichen Ausstellung in den Räumen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs zu sehen.

Wappen des Kardinals Faulhaber
Wappen des Kardinals Faulhaber
Das Bild zeigt das Bischofswappen Kardinal Michael von Faulhabers (1911).

Der Wappenspruch "vox temporis vox dei" lautet in der wörtlichen Übersetzung "Die Stimme der Zeit ist die Stimme Gottes". In der Auslegung Kardinal Faulhabers lauten diese Worte "Was das Bedürfnis der Zeit ist, ist ein Anruf Gottes." Kardinal Faulhaber formuliert diese Interpretation im Jahr 1921, um sein Selbstverständnis als Bischof zum Ausdruck zu bringen.

 

 

Kardinal Faulhabers Lebenslauf

05.03.1869: Geburt in Klosterheidenfeld (Unterfranken)

1883: Aufnahme in das bischöfliche Knabenseminar Kilianeum in Würzburg

1888/1889: „Einjährig-Freiwilliger“ beim Kgl. bayerischen 9. Infanterie-Regiment

26.10.1889: Eintritt in das Priesterseminar in Würzburg

01.08.1892: Priesterweihe in Würzburg, anschließend Kaplan in Kitzingen

01.09.1893: Präfekt im bischöflichen Knabenseminar Kilianeum in Würzburg

06.05.1895: Promotion zum Doktor der Theologie in Würzburg

1896-1898: Forschungsaufenthalt als Stipendiat in Rom, Reise in das Heilige Land

1899: Habilitation, Ernennung zum Privatdozenten an der Universität Würzburg

26.07.1903: Ernennung zum ordentlichen Professor für Exegese des Alten Testaments an der Universität Straßburg

04.11.1910: Ernennung zum Bischof von Speyer

19.02.1911: Konsekration und Inthronisation als Bischof von Speyer

01.05.1913: Erhebung in den persönlichen Adelsstand durch König Ludwig III. von Bayern

03.08.1914: Ernennung zum stellvertretenden Feldpropst der bayerischen Armee

1915/16: Reisen als Feldpropst an die Westfront

26.05.1917: Ernennung zum Erzbischof von München und Freising als Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs Franziskus von Bettinger
3. September: Inthronisation

07.03.

Michael Faulhaber, Kardinal
Michael Faulhaber, Kardinal

1921: Erhebung zum Kardinal durch Papst Benedikt XV.

27.-30.08.1922: Teilnahme und Redner auf dem 62. Deutschen Katholikentag in München

April-Juni 1923: Sogenannte „Caritas-Reise“ in die USA, um Spendengelder für die notleidende Bevölkerung Deutschlands zu sammeln

Juni-Juli 1926: Reise zum Eucharistischen Weltkongress nach Chicago

Dezember 1933: Adventspredigten zur Verteidigung des Alten Testaments, das nach dem Willen der Nationalsozialisten aus dem biblischen Kanon und somit aus dem gesamtlichen christlichen Leben gänzlich getilgt werden sollte. Im Kontext damit ist die Silvesterpredigt des Jahres 1933 zu sehen, in der Kardinal Faulhaber vehement gegen den Germanen-Kult der Nationalsozialisten und für das christliche Menschenbild eintrat.

Oktober 1934: Reise zum Eucharistischen Weltkongreß nach Buenos Aires

19.02.1936: 25-jähriges Bischofsjubiläum

04.11.1936: Zusammentreffen mit Adolf Hitler auf dem Obersalzberg

Januar 1937: Entwurf zur Enzyklika „Mit brennender Sorge“ auf Wunsch von Papst Pius XI.

11.11.1938: Sturm auf das Erzbischöfliche Palais in München

März 1939: Teilnahme am Konklave zur Wahl Pius‘ XII.

1944: Abschluß der Autobiographie

18.11.1945: Wiederaufstellung der Mariensäule an ihrem angestammten Platz vor dem Münchener Rathaus

Februar 1946: Erster Besuch bei Papst Pius XII. in Rom

11.09.1948: Erstes Pontifikalamt in den Ruinen der Münchener Frauenkirche

12.06.1952: Tod in München

 

Kardinal Faulhaber- Archiv

Michael Faulhaber, Kardinal
Michael Faulhaber, Kardinal

Öffnung des Kardinal-Faulhaber-Archivs für Wissenschaft, Forschung und interessierte Öffentlichkeit

Kardinal Faulhaber gilt als einer der markantesten und einflußreichsten Bischöfe des 20. Jahrhunderts. Das Wirken Kardinal Michael von Faulhabers, unmittelbar nach seinem Tod wegen unerschrockener Äußerungen gegenüber den nationalsozialistischen Machthabern während des Zweiten Weltkriegs von vielen Menschen verehrt, wird im Zuge der neueren historischen Forschung zunehmend auch kritisch gesehen.

Der schriftliche Nachlaß des Münchner Kardinals und Erzbischofs von Faulhaber wird im sogenannten Kardinal-Faulhaber-Archiv aufbewahrt. Dieses Archiv wurde am 50. Todestag Faulhabers am 12. Juni 2002 für Wissenschaft, Forschung und interessierte Öffentlichkeit uneingeschränkt freigegeben. Eine Ausstellung gewährte erstmals Einblicke in dieses Archiv.


Kontakt:
Lic. theol. Susanne Kornacker
Archiv des Erzbistums München und Freising
Karmeliterstraße 1
80333 München
Tel.: 089 / 2137 - 1346; Fax: 089 / 2137 - 1702